Dienstag, 15. März 2016

Man kann ja nicht alles wissen


Heute ist es wieder soweit, Reizwortgeschichtentag bei:

und mir. Viel Spaß beim Lesen!



Kajak, Straße, knirschen, bewegen, glasklar

Man kann ja nicht alles wissen


Laura und Simone unterhalten sich über ihre Mütter. Die Freundinnen haben es sich im Kinderzimmer gemütlich gemacht, während die Mütter im Wohnzimmer bei Kaffee und Kuchen ein Plauderstündchen halten.

„Meine Mama hat zu jedem Paar Schuhe eine passende Handtasche“, verrät Laura ihrer Freundin. Simone kichert und nimmt ein Schlückchen Tee aus der winzigen Tasse des Puppengeschirrs. Sie überlegt einen Moment und kommt zu dem Schluss, dass ihre Mutter wohl nur zwei Handtaschen besitzt. Damit kann sie also nicht punkten.
„Meine Mama backt die besten Pfannkuchen der Welt!“, behauptet sie und schlägt zufrieden die Beine übereinander, so wie sie es von Mama gesehen hat. Sie findet das sehr chic.
„Das stimmt!“, gibt Laura zu. „Bei euch schmecken die Pfannkuchen besonders gut.“
Laura schenkt Simone noch etwas Tee ein und bietet ihr ein Plätzchen an. Dann lehnt sie sich wieder zurück und  erzählt:
„Ohne Kajak geht meine Mama niemals auf die Straße!“
In Simones Augen leuchten deutlich Fragezeichen auf, sie gibt sich aber nicht die Blöße zuzugeben, dass sie nicht weiß, was Kajaks sind.
„So, so!“, sagt sie also und knirscht innerlich mit den Zähnen. „Ich verstehe!“
„Ja, Mama sagt immer, dass so ein Kajak einen glasklaren Bick macht. Sie hat gleich mehrere, in verschiedenen Farben.“  Laura merkt, dass Simone keine Ahnung hat, worum es geht, denn die fragt nun:
„Passend zu jeder Handtasche?“
„Nein, komm mit ins Bad, ich zeige sie dir!“
Die beiden Mädchen bewegen sich fast lautlos und schleichen leise am Wohnzimmer vorbei, um die Mütter nicht auf sich aufmerksam zu machen. Sie sind in geheimer Kajakmission unterwegs.
Im Badezimmer angekommen steigt Laura auf den Hocker und öffnet den Spiegelschrank. Sie nimmt einige Stifte aus einem Schälchen und klettert wieder hinunter.
„Schau, hier sind sie. Schon die alten Ägypterinnen haben diese Kajaks benutzt. Sollen wir das auch mal ausprobieren?“
„Was macht man denn damit, es sind doch ganz normale Farbstifte, oder?“, will Simone wissen.
„Man malt rundum das Auge eine Linie, dann sehen die Augen schön aus und strahlen. Früher sagte man, dass diese Bemalung die Fliegen abschreckt und sogar Krankheiten am Auge heilen kann.“
Simone ist beeindruckt von Lauras Wissen.
Laura holt den Schminkspiegel von der Fensterbank. Dann setzt sie sich auf den Fußboden und fängt an, tiefschwarze Farbe auf Ober- und Unterlid zu verteilen. Das sieht lustig aus und Simone möchte es auch versuchen. Sie wählt ein dunkles Blau und weil das so toll aussieht, kommen nun auch noch die Lippenstifte von Lauras Mutter zum Einsatz.
„Deine Mutter hat tolle Sachen, besonders die Kajaks gefallen mir!“, schwärmt Simone und dann beschlie0en die beiden, ihren Müttern zu zeigen, was sie für schöne Töchter haben.
Die beiden Mütter sind nicht so richtig begeistert und Lauras Mutter ruft laut:
„Ach, meine schönen Kajalstifte, hoffentlich habt ihr sie nicht abgebrochen, die waren nämlich sehr teuer!“
Nachdem sie festgestellt hat, dass den Stiften nichts passiert ist, müssen dann aber doch alle vier herzlich lachen und die Mädchen erfahren den Unterschied zwischen Kajak und Kajal. Letztendlich finden sie dann erstgenanntes als noch ein wenig spannender, denn mit einem Kajak im Wildwasser zu paddeln, das stellen sie sich supertoll vor. Sinnvoll wäre es, in so einem Fall beides einzusetzen, Kajak und Kajal, ihr wisst schon: Wegen der Fliegen!

© Regina Meier zu Verl 2016

Kommentare:

  1. Liebe Regina,
    ich musste schon etwas grinsen, aber so ist der Kindermund tatsächlich. Die Beiden haben mich zunächst auch ein wenig irre geführt. Mir war schon klar, dass es sich um eine Verwechslung handelt, aber ich wusste erst ein paar Sätze weiter, was dies für ein Kajak ist.
    Ich schicke Dir meine Grüße mit einem Lächeln auf den Lippen
    Astrid

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  2. Ich hab's gleich gewusst! Herrlich!! Auf diesen einen blöden Buchstaben kommt es aber auch wirklich nicht an - Kajak oder Kajal - wurscht!! Danke für die humorvolle Geschichte! LG Martina

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  3. Liebe Regina,
    hach, da wäre ich nicht drauf gekommen Kajak und Kajal zu verwechseln. Toll, Deine Geschichte hab ich gerne gelesen. Liebe Grüße Eva

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  4. Ich habs als Mann bei "Bad" gewusst. Bei "Bad" schon. YES! :-)

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  5. Eine köstliche Geschichte, liebe Regina, ich mußte herzlich lachen! Danke dafür!
    Ich wünsche Dir einen schönen und fröhlichen Wochenteiler!
    ♥ Allerliebste Grüße, Deine Claudia ♥

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  6. Nun beginnt bei mir der Tag gleich mit einem Grinsen auf dem Gesicht, was für eine Geschichte! Herrlich, auf diese Idee muss man erst einmal kommen. Wünsche dir einen schönen Tag, herzliche Grüße, Lore

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  7. Liebe Regina,
    mir ging es wie den anderen: Ich habe gestern beim Lesen lauthals gelacht! Allerdings - ich gebe zu, ich habe eine Weile gebraucht, bis ich auf den "Kajal" gekommen bin - obwohl ich jeden Tag welchen benutze ... :-O
    Eine tolle Idee für eine sehr lustige Geschichte. Liebe Grüße
    Christine

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  8. Liebe Regina, heute ist schon der 17. des Monats und ich musste genauso lachen, wie am 15. Deine Geschichten sind einfach wunderbar und bringen Freude. Mit einem herzlichen Lachen beginne ich den Tag. Vielen Dank!
    Hab einen schönen Tag und sei lieb gegrüßt, Margot.

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  9. lustige Geschichte, ja so schnell kann eine "Verwechslung gehen"..nur ein Buchstabe und schon hat jedes Wort eine völlig andere Bedeutung,
    hat mir gut gefallen wie herzerfrischedn du die kleine geschichte erzählt hast..

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  10. hihi
    was für eine lustige Geschichte

    liebe Grüße
    Rosi

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  11. Toll, diese lustige Geschichte, Kajak und Kajal, was ein Buchstabe so ausmacht.
    LG Elke

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