Samstag, 5. Dezember 2015

5.12. Jan trifft den Nikolaus

 nikolaus-0054.gif von 123gif.de
Jan trifft den Nikolaus
 
Am Abend vor dem Nikolaustag schleicht sich Jan mit einer Flasche Babyöl in den Keller zu Papas Stiefeln.
„Ihr seid ja mächtig schmutzig“, brummt er und träufelt Babyöl auf die Stiefel. „Glänzen müsst ihr, damit euch der Nikolaus heute Nacht randvoll füllt!“
Zufrieden stellt Jan später einen Stiefel vor seine Zimmertür und einen vor die Tür seiner kleinen Schwester Karla. Dann geht er zu Mama.
„Gute Nacht“, sagt er. „Ich gehe schlafen.“
„Seit wann gehst du freiwillig so früh ins Bett?“, wundert sich Mama.
„Och“, meint Jan. „Ich bin müde.“
Wenig später liegt er im Bett, doch eigentlich fühlt er sich gar nicht müde.
Immer wieder steht er auf und sieht nach, ob sein Stiefel auch gut zu sehen ist. Schließlich schläft er dann doch ein ... und – was ist passiert?
Plötzlich steht er mitten im Haus des Nikolaus´.
Der Nikolaus ist gerade damit beschäftigt, seinen Gabensack zu füllen. Er lächelt, als er Jan erblickt, und fragt:
„Was machst du denn hier, kleiner Nimmersatt?“
Jan will den Nikolaus begrüßen, doch er bringt kein Wort über die Lippen. Also nickt er nur zaghaft mit dem Kopf.
„Dir hat es wohl die Sprache verschlagen?“, brummt der Nikolaus. „Und ich ahne auch, weshalb. Du weißt sicher, dass ich viele Kinder heute Nacht beschenken werde. Was, wenn alle die großen Stiefel ihrer Väter vor die Tür stellten? So viele Geschenke könnte ich gar nicht mit mir tragen.“
Au weia. Daran hatte Jan nicht gedacht. „Stimmt“, stammelt er. „Ich muss gehen. Tschüs Nikolaus“.
Er rast los – und wacht auf. Er springt aus dem Bett, öffnet leise die Tür, tauscht Papas Riesenstiefel gegen seinen kleinen Turnschuh aus, versteckt den Stiefel unter seinem Bett und schläft wieder ein.
In dieser Nacht träumt Jan nicht mehr, und als er am Morgen aufwacht, ist sein erster Gedanke: „Ob es wohl gut gegangen ist?“
Vorsichtig öffnet er die Tür. Dort steht sein Turnschuh. Er ist leer.
Jan erschrickt und muss gegen die Tränen kämpfen. Als er aber den Schuh wegnehmen will, sieht er einen Zettel, und darauf steht: „SCHAU UNTER DEIN BETT!“
Vorsichtig schielt Jan unter sein Bett. Da liegt der große, glänzende Reitstiefel - gefüllt mit Gummibärchen, Lebkuchen, einem Taschenbuch, Marzipanbroten, einer Tüte Schokokugeln, einer Kinokarte und einem großen, freundlich lächelnden Schokolade-Nikolaus.
„Da bist du ja!“, ruft Jan voller Freude, und der Nikolaus zwinkert ihm – ganz kurz - zu. Vor Schreck hätte Jan ihn da beinahe fallen lassen.

© Regina Meier zu Verl

Kommentare:

  1. Na, da hat er aber ein Riesenglück gehabt, der kleine Nimmersatt!! Wunderbare Geschichte, Regina! Heute Abend werden bestimmt auch hier oben bei uns Stiefelchen aufgestellt. Mal sehen, ob morgen früh etwas darin steckt! :-) LG Martina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich stelle meinen Stiefel auch mal vorsichtshalber hin, könnte ja sein ...

      Danke, Martina und liebe Grüße
      Regina

      Löschen
  2. Meine Stiefel waren wohl zu groß, aber ein kleiner Schokoladennikolaus fand doch den Weg zu mir.LGLore

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jeden Kommentar. Nicht immer schaffe ich es, alle Kommentare zu beantworten, ich bitte um Verständnis!