Dienstag, 17. November 2015

Zu schön um wahr zu sein

Für Eure lieben Kommentare am letzten Dienstag bedanke ich mich herzlich. Gerade bin ich mit einer Auftragsarbeit so sehr beschäftigt, dass ich schon dachte, dass ich diese Woche keine Geschichte beisteuern kann. Doch dann hatte ich eine Vision und die habe ich dann doch schnell aufgeschrieben und hoffe, dass euch das Ergebnis gefällt!
Bitte lest auch bei meinen reizenden Mitstreiterinnen:



Zu schön um wahr zu sein

Wenn Franjo sich dazu entschloss auf einem Fest zu erscheinen, dann war das eine Ehre für den jeweiligen Gastgeber. Man riss sich darum, ihn einzuladen und wenn er zusagte, dann ließ man die feinsten Speisen auffahren und bot die köstlichsten Getränke an. Ein Gast wie Franjo bereicherte jedes Fest, man durfte stolz sein, ihn zu seinen Freunden zu zählen.
                Der liebe Gott hatte es gut mit ihm gemeint, als er ihn mit all den Vorzügen ausstattete, die ein schöner Mensch haben sollte. Sein dichtes, leicht gewelltes Haar fiel in rasantem Schwung nach hinten, wenn er den Kopf hob und seinem Gegenüber die Ehre erwies mit ihm reden zu dürfen. Makellos war seine Haut und die Augen strahlten wie Edelsteine. Seine gepflegten Hände setzte er gekonnt zur Unterstützung der Sprache ein, wenn er von seinen Reisen berichtete, die ihn in die ganze Welt geführt hatten. Kurz gesagt: er war ein Bild von einem Mann.
                Franjo macht sich nichts aus modischen Trends. Schwarze Hosen trug er, maßgeschneidert selbstverständlich. Dazu weiche schwarze Lederslipper, die er in Italien anfertigen ließ. Seinen muskulösen Oberkörper betonte er mit einem Shirt aus tiefschwarzer Seide, nicht zu eng, aber doch so figurbetont, dass man seinen Waschbrettbauch erahnen konnte. Eine leichte Duftwolke umgab ihn, nicht zu kräftig, eher leicht würzig, ein wenig frisch, atemberaubend.
                Die Linie seiner Oberlippe war so markant, dass jede Frau mit ihrem Blick dort verharrte und sich kaum lösen konnte. Wenn er lachte, fielen seine leuchtend weißen Zähne auf, die ebenmäßig aufgereiht wie eine Perlenkette einfach perfekt waren.

                Gerade sitzt Franjo auf der Terrasse und genießt einen Gin Tonic, in dem eine Kugel Zitroneneis schwebt, als ihn die Stimme seiner Frau aus seinen Gedanken reißt.
                „Franz-Josef! Kannste grad Kartoffeln aussem Keller holen? Ich sehe gar nicht ein, dass ich hier immer alles alleine machen soll. Beweg deinen dicken Hintern und zieh dir in Gottes Namen was über!“
                Franjo seufzt. Er nimmt sein Hawaiihemd in Größe 3XL, steigt in seine Birkenstocklatschen und tut, was seine Frau von ihm erwartet. Später wird er dann weiterträumen, es war gerade so schön.

© Regina Meier zu Verl 2015

Kommentare:

  1. Ach wie herrlich! Ich konnte mir diesen Macho bildhaft vorstellen - du hast ihn so herrlich beschrieben. Jede(r) von uns kennt diesen Typ Mann. Du, ich werd es später auch mal probieren - und mich schön träumen! Lach!!! LG Martina

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  2. War ja wohl auch zu schön :-) Gibt es so einen makellosen Menschen überhaupt? Irgendeine Macke oder einen Fehler hat doch wohl auch jeder. Das macht doch eigentlich den Menschen erst interessant und nicht die Makellosigkeit, oder?
    Es hat Spaß gemacht Deine schwärmerische Geschichte zu lesen.
    LG
    Astrid

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  3. Eine herrliche amüsante Geschichte und ich hab ins grinsen immer mehr nach den letzen Satz *lach*
    Toll liebe Regina und ich wünsche dir noch einen schönen Tag!
    Lieben Gruss Elke

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  4. Wie weit Illusion und Wirklichkeit doch auseinander klaffen. Wenn es denn solch eine männliche Schönheit tatsächlich geben sollte, dann hat derjenige wahrscheinlich andere Fehler. Man lässt sich da auch leicht von der Schönheit blenden. Das gilt aber für Männer und Frauen.
    LG Elke

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  5. Toll Regina, sowas gibt es wirklich...Nur immer böse wenn man wach wird...lach Weiter so, Guß Petra

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  6. Hallo, lieeb Regina,
    am Anfang dachte ich, hmmm, interessant, was da wohl passieren wird mit dem feschen Franjo .... am Ende hab ich herzhaft laut gelacht! Danke dafür!
    Ich wünsche Dir noch einen schönen gemütlichen Abend!
    ♥ Allerliebste Grüße, Deine Claudia ♥

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  7. Och nee, Regina! Wie kann die Frau nur so gemein sein, ihren Möchtegern-Apoll so brutal aus seinen Träumen zu reißen!
    Und ich habe tatsächlich an einen Filmstar gedacht, oder an einen reichen Pinkel... Göttlich, Deine Vision. Ich habe Tränen gelacht!
    Liebe Grüße
    Christine

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  8. Schöne Geschichte!
    Es ist schon hart, wenn man so aus seinen Träumen gerissen wird.
    Die Wirklichkeit holt einen immer wieder ein. Franjo,,,da habe ich an einen bestimmten Ehemann gedacht...lach
    Liebste Grüße, klärchen

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  9. Liebe Regina, möchte nicht wissen, wieviele Männer so Traumbilder von sich haben. Der Geist willig, aber das Fleisch schwach. Liebe Grüße Eva

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