Dienstag, 22. September 2015

Kaffeeklatsch mit Hindernissen Teil 4 - Ende



 Der vierte und letzte Teil meiner Reizwortfortsetzungsgeschichte ist nun heute zu lesen. Es war schwierig alle Reizwörter zu verwenden, ist letztlich aber doch noch gelungen. 
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen. Bitte lest auch bei meinen reizenden Kolleginnen:







Armut, Verzweiflung, besitzen, verwelken, ärgern 

Kaffeeklatsch mit Hindernissen
Teil 4 - Ende

Das Gefühl der Verzweiflung rückte ein wenig zur Seite und machte Platz für die aufkommende Wut.
Einen Moment lang dachte Birte darüber nach, Achim die Erdbeertorte einfach ins Gesicht zu knallen. Doch sie besann sich und versuchte ruhig zu bleiben. Später würde sie sich darüber ärgern, denn die herrliche Torte konnte ja nun wirklich nichts dafür. Sie nahm den Tank der Kaffeemaschine ab und füllte ihn mit frischem Wasser. Dann zählte sie acht Löffel des Kaffeepulvers ab und füllte den Filter damit. Diese Routine half ihr dabei, etwas Abstand zu dem Geschehenen zu bekommen.
Achim betrat den Raum, er ließ die Schultern hängen wie ein geprügelter Hund und sagte kein Wort. Vorsichtig näherte er sich seiner Frau.
„Birte, es tut mir alles so leid!“ Er flüsterte diesen Satz beinahe. Birte tat so, als habe sie nichts gehört. Achim versuchte es erneut.
„Ich möchte mich bei dir entschuldigen, bitte hör mir doch zu!“, bat er.
„Das ist das Mindeste! Aber glaub nicht, dass es mir einer Entschuldigung getan ist. Betrug ist Betrug!“
Birte setzte sich an den gedeckten Tisch und lauschte dem Brodeln und Fauchen der Kaffeemaschine. Ihr Blick wanderte aus dem Fenster und konzentrierte sich auf die Straße. Auch Achim setzte sich. Er wartete auf ein Donnerwetter, doch das blieb aus. Birte war jetzt die Ruhe selbst.
„Wir haben keine Sahne“, bemerkte sie trocken.
Geschäftig sprang Achim auf. „Ich hole schnell welche!“ Er nahm den Autoschlüssel und sauste, froh darüber, dass er der Situation eine Weile entfliehen konnte, aus der Küche.

Dann ging alles ganz schnell. Birte rannte ins Schlafzimmer, holte die große Reisetasche vom Kleiderschrank, packte zuerst ihren Laptop ein, dann folgten ihre Lieblingskleidungsstücke, zwei Paar Schuhe und die Unterwäsche. Dieses Armutszeugnis der betrogenen Ehefrau würde sie sich nicht ausstellen lassen. Sie würde nicht neben ihm verwelken, während er sich mit mageren Barbiepuppen in ihrem eigenen Bett vergnügte. Sie nicht!
Wenn er nur ein wenig Anstand besaß, dann würde er ihr beweisen müssen, dass es ein Ausrutscher gewesen war. Aber leicht würde sie es ihm nicht machen.
Sie rief ein Taxi, schrieb ein paar Worte auf die Rückseite eines Briefes, der am Morgen gekommen war und verließ die Wohnung, nachdem sie sich noch einmal vergewissert hatte, dass sie ihre Bankkarte und Ausweise eingepackt hatte.
Mit Reisetasche, Kosmetikkoffer und Handtasche wartete sie auf das Taxi, das kam, als auch Achim in die Straße einbog.
„Schnell, fahren Sie!“, wies Birte den Fahrer an. „Zum Bahnhof, schnell bitte!“
Sie drehte sich nicht mehr um und als ein paar Minuten später ihr Handyton erklang lauschte sie der Stimme von Christina Aguilera, ohne das Gespräch anzunehmen.
„You are beautiful, no matter what they say …“
“Stimmt!”, dachte Birte und schaltete das Telefon aus.

© Regina Meier zu Verl 2015

Ob, und wie es mit Birte und Achim weitergeht, das weiß ich selbst nicht, denn ich kenne die beiden ja auch erst vier Wochen. Auf jeden Fall werde ich mal nach ihnen schauen und wer weiß? Vielleicht tauchen sie ja irgendwann wieder in einer meiner Geschichten auf - allein oder zu zweit - mal schauen!

Kommentare:

  1. Na, und ob die nochmal auftauchen müssen. Du kannst sie und uns doch nicht soooo im Regen stehen lassen - unfassbar! Offenes Ende!!! NEEEEEEIN, das geht so nicht!!!! Ich möchte ein Happyend - jetzt sofort!!!! - Lach!!! Toll geschrieben, liebe Regina, und nun harren wir der Dinge! -- Mensch, fast vergessen: Gratulation zu über 100.000 Klicks!!! Ich hatte es dem Newsletter schon entnommen!!! Alles Gute auf dem Weg zu 200.000! LG Martina

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  2. Liebe Regina, es ist eine Geschichte die unter die Haut geht, aber wohl vielen Ehepaaren passiert. Vielleicht ist Abstand wirklich das Richtige in dieser Situation. Na mal sehen, ob wir die Zwei mal wiederfinden. Danke für diese großartige Geschichte.

    Einen schönen Tag und liebe Grüße, Margot.

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  3. Hallo liebe Regina,
    Du hast eine sehr realitätsnahe Geschichte geschrieben. Ich finde auch den offenen Schluss sehr realistisch, denn so etwas lässt sich sicherlich nicht mit ein paar entschuldigenden Worten lösen. Abstand kann dabei sehr hilfreich sein, um den richtigen Schritt zu machen.
    LG
    Astrid

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  4. Liebe Regina, finde auch Abstand ist das Beste. Hoffe, sie finden sich. Wenn nicht, dann sollte es so sein. War eine gute Entscheidung es so enden zu lassen. Liebe Grüße Eva

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  5. Dann lassen wir doch Birte mal genügend Zeit um die Enttäuschung zu verkraften und ihr Leben neu zu orientiern. LGLore

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  6. Ein offenes Ende also.... Vielleicht schreibst du ja noch eine Fortsetzung?
    LG Elke

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  7. Liebe Regina,
    das ist ein genialer Schachzug, die Geschichte offen zu lassen. Jetzt kann jeder Leser seine Phantasie in Gang setzen und sich das Ende selber ausmalen...
    Wäre das nicht überhaupt mal eine Idee? Du startest einen Ideen-Wettbewerb und lässt jeden Leser sein "eigenes" Ende der Geschichte schreiben... **grins**
    Liebe Grüße
    Christine

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    1. Gerade ist mir noch etwas eingefallen:
      Herzlichen Glückwunsch Du hast ja inzwischen mehr 100.000. Aufrufe Deiner Seite!
      (ICH werde darauf noch lange warten müssen...)
      Liebe Grüße
      Christine

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  8. Meine liebe Regina,
    ja, ich dachte mir schon, daß diese Geschichte so ausgeht .... lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende ....fällt mir dazu spontan ein ......eine Geschichte, wie aus dem wahren Leben ......
    Ich bin gespannt, ob und wenn ja, wie es mit den beiden weitergeht ...... :O)
    Ich wünsch Dir nun noch einen gemütlichen Nachmittag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Deine Claudia ♥

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  9. Danke, Regina, für die spannenden Teile, schön, wenn wir beide oder einen mal wiedersehen!

    Alles Liebe
    Eva :)

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  10. Solche Geschichten mit Zündstoff mag ich. Da lassen sich doch sicher Fortsetzungen finden, oder?
    Ich lasse liebe Grüße hier :-)

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