Dienstag, 8. September 2015

Kaffeeklatsch mit Hindernissen (Teil 2)

Reizwortgeschichtentag, die Zeit rast von Dienstag zu Dienstag. Bei mir lest ihr heute die Fortsetzung der letzten Geschichte, viel Spaß!
Bitte besucht auch die reizenden Kolleginnen:


Spieluhr, Puppe, verboten, tanzen, heimlich

Kaffeeklatsch mit Hindernissen Teil 2
© Regina Meier zu Verl 2015

Birte nahm das Smartphone und wollte Achims Nummer eintippen.
"Verflixt, ich weiß seine Nummer nicht. Die ist im Handy gespeichert. Ich kann sie mir sowieso nicht merken!", rief sie aus und reichte Tina das Telefon zurück.
"Ich habe die Nummer", Lena wischte auf ihrem I-Phone herum und reichte es Birte.
"Es wählt schon ..."
Birte hielt das Handy ans Ohr und hörte eine Wartemelodie, die wie die Spieluhr aus Kindertagen klang. Es war verboten gewesen, sie aufzuziehen, doch als Kind hatte sie jede Gelegenheit genutzt, um dem wunderbaren Klang zu lauschen. Birte lächelte bei dem Gedanken daran. Dann erklang Achims Stimme:
"Hallo mein Schatz, ich denke du bist bei meiner Frau zum Kaffee eingeladen!"
Birtes Lächeln fror ein, sie wurde zuerst blass, dann rot. Sie stammelte:
"Hi-hier ist nicht dein Schatz, hier ist deine Frau, aber das ist nun auch egal. Fahr zur Hölle!" Die letzten Worte schrie sie. "Und du, Schatz", sie deutete auf Lena, "du kannst gleich mitfahren!" Birtes Stimme überschlug sich, sie schnappte nach Luft und wünschte sich, dass sie auf der Stelle tot umfallen möge. 
"Lena, ich denke, dass du nun besser gehst. Ich kümmere mich um Birte." Tina legte den Arm um Birtes Schulter, sie hatte die Siuation sofort gecheckt. Lena stöckelte wie eine Barbie-Puppe auf ihr Auto zu, drehte kurz um, riss Birte das Handy aus der Hand, nahm den Blumenstrauß, den sie im Eingang abgelegt hatte und stopfte ihn in die Mülltonne. 
Das wars dann wohl, und tschüss!", rief sie noch, dann stieg sie in den Wagen und ließ den Motor laut aufheulen. 
"Das ist sicher alles nur ein großes Missverständnis!", versuchte Tina die Situation zu retten. Doch Birte schüttelte den Kopf. 
"Sicher nicht, ich hatte schon länger das Gefühl, dass er eine heimliche Geliebte hat. Dass es ausgerechnet Lena sein muss, das ist die Höhe." Birte schluchzte. Die Wut verwandelte sich in Traurigkeit. Resigniert ließ sich sich auf den Stufen vor der Haustür nieder. 
"Was mache ich denn jetzt nur?"
Eine Dame mit Rollator kam in diesem Moment auf das Haus zu, Frau Menke. Als sie die Freundinnen erreicht hatte, blieb sie stehen und grüßte freundlich.
"Ich habe mich ausgesperrt", erklärte Birte. "Sie haben doch noch meinen Zweitschlüssel, oder?" 
Frau Menke hob erstaunt die Schultern.
"Den Schlüssel habe ich doch Ihrem Mann zurückgegeben, schon vor ein paar Wochen, als Sie mit Ihrer Mutter verreist waren. Hat er Ihnen das gar nicht erzählt?"
"Doch", beeilte sich Birte zu antworten. "Ich hatte es nur vergessen, entschuldigen Sie!"
"Kein Problem!", versicherte Frau Menke und schloss die Haustür auf. Birte ging mit ihr hinein und schaute nach, ob die Korridortür eventuell doch geöffnet war. Pech! Auch die war fest verschlossen.
"Ich habe meinen Mann schon angerufen", erzählte sie der Nachbarin. "Er wird sicher gleich kommen."
Tina wartete vor dem Haus auf ihre Freundin. 
"Weißt du was? Wir fahren jetzt erstmal zu mir", schlug sie Birte vor. Doch die schüttelte entschieden den Kopf.
"Nein, lass mal. Ich warte hier auf Achim, der wird sicherlich von seinem Liebling schon erfahren haben, dass ich mich ausgesperrt habe und dann kommt er auch bestimmt gleich."
"Und dann?"
"Dann werde ich mit ihm reden. Ich lasse mir doch nicht auf der Nase herumtanzen. Der spinnt doch wohl und Lena, die kannst du auch vergessen. So etwas nennt sich Freundin!"
"Ich denke ja immer noch, dass Lena unschuldig ist. Sie hätte dir doch nicht ihr Handy überlassen, wenn sie was mit deinem Achim hätte, oder?"
"Sie ist eben nicht die Hellste, hätte sie sich doch denken können, dass Achim annimmt, dass sie am anderen Ende der Leitung ist und Achims Ansage war ja eindeutig, oder?"
Birtes Gedanken spannen sich bereits weiter. Warum hatte Achim den Schlüssel bei Frau Menke abgeholt und vor allem, warum hatte er ihr nichts davon erzählt? Vielleicht wollte er sich absichern, wenn er sich mit seiner Geliebten in der Wohnung traf. Immerhin war sie drei Wochen lang gar nicht zu Hause gewesen. Birte schüttelte sich bei dem Gedanken, dass Lena und Achim sich möglicherweise in ihrem Bett miteinander vergnügt hatten. 
"Du, da kommt er! Soll ich lieber gehen, oder möchtest du, dass ich bleibe?", fragte Tina, als Achim vorfuhr.  
"Bitte bleib!" Birtes Herz klopfte rasend schnell, als ihr Mann auf sie zukam. Dann wurde es dunkel um sie herum, die Knie trugen sie nicht mehr. Eine gnädige Ohnmacht nahm sie in ihren Armen auf.

Fortsetzung folgt

Eigentlich wollte ich keinen "Roman" schreiben, aber eine langjährige Ehe lässt sich nicht in zwei Kapiteln abhandeln, also geht es in der nächsten Woche noch weiter. Wer weiß, ob es sich doch um ein Missverständnis handelt und alles ganz anders ist, als es im Moment scheint? Vielleicht ist es aber einfach genau so, wie es klingt. Warten wir es ab!




Kommentare:

  1. NEIN, so geht das nicht!!!! Wir können doch nicht eine Woche auf die Fortsetzung warten!!! :-) Toll geschrieben. Deine Geschichte macht wirklich Lust auf eine Fortsetzung - ja und SO kann sie ja sowieso nicht ausgehen! Danke für das Vergnügen am Morgen!! LG Martina

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  2. Liebe Regina, na da bin ich gespannt, was am Ende in dieser Geschichte passiert. Meine Gedanken machen sich auf den Weg um ein Ende zu finden, was bestimmt nicht so verläuft ... Danke, deine Geschichte ist spannend. :-)
    Liebe Grüße, Margot.

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  3. Da bin ich ja mal gespannt was du dir ausgedacht hast. Freue mich auf jeden Fall auf die Fortsetzung. LGLore

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  4. Danke, Regina, für die Fortsetzung Deiner Geschichte, die einen interessanten Aspekt bringt.

    Freue mich auf die nächsten Teile und bin gespannt!

    Alles Liebe
    Eva :)

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  5. Liebe Regina,
    ich habe diese Geschichte sehr gerne gelesen und freue mich auf die nächsten Folgen. Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet, genauso wenig wie Deine Protagonistin. Wer weiß, was noch alles kommt? Nur Du und Du wirst es uns in den nächsten Folgen verraten. Ich freue mich.
    LG
    Astrid

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  6. Da hast du es aber spannend gemacht, alle Achtung! Jetzt bin ich erst recht gespannt auf die nächste Folge.
    LG Elke

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  7. Meine liebe Regina,
    mit großer Spannung habe ich diesen Teil gelesen und kann es nun kaum erwarten, wie es nächste Woche weitergeht!
    Ich wünsche Dir noch einen wunderschönen Nachmittag!
    ♥ Allerliebste Grüße und eine liebe Umärmelung , Deine Claudia ♥

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  8. Oh weh, Regina, - Du machst es aber ganz schön spannend! Was doch eine zugefallene Wohnungstür für Folgen haben kann! Mit dieser Entwicklung habe ich nun wirklich nicht gerechnet! Ich werde zukünftig immer DREIMAL nachschauen, ob ich auch wirklich meinen Schlüssel und mein Handy dabeihabe, BEVOR ich die Wohnung verlasse ... **grins**
    Hoffentlich bin ich bis nächsten Dienstag nicht vor Neugier geplatzt!
    Liebe Grüße
    Christine

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  9. Oh man ist das spannend! Was wohl da ab geht? Menno, eine Woche müssen wiir warten, jegliche Grüße Eva

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  10. das ist sapnnend und so lange Warten wie es weiter geht huii nahja aber gut geschrieben liebe Regina!
    Lieben Gruss Elke

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  11. @ ALL

    Danke für eure lieben Kommentare und für's Mitfiebern. Ich weiß noch nicht genau, wohin das Ganze führen wird, aber die nächste Folge steht schon und dann schauen wir mal weiter!

    Herzliche Grüße an Alle und danke für euer Verständnis für den Sammeldank an dieser Stelle!!!!!!!
    Regina

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