Dienstag, 1. September 2015

Kaffeeklatsch mit Hindernissen (Teil 1)

Die Urlaubszeit endet heute und mit neuen Reizwortgeschichten steigen wir wieder ein ins Geschehen. Es ist viel passiert in diesen Wochen, zum Bloggen bin ich kaum gekommen und auch heute sitze ich schon wieder auf heißen Kohlen. Gleich muss ich in die Stadt und die nächste Geschichte aufnehmen. Deshalb summe ich hier leise vor mich hin, um die Stimme aufzuwecken und geschmeidig zu machen, damit ich nciht krächze wie ein Rabe. 
Am Wochenende habe ich die Zwillinge wieder besucht und es ist eine Freude zu sehen, wie prächtig sie sich entwickeln.
Weniger erfreulich ist die Arbeitssituation momentan, doch das ist ein ganz anderes Kapitel und damit möchte ich mich heute nicht befassen. Es wird sich einiges ändern, ich weiß nur noch nicht wann das sein wird. Etwas verworren, das Ganze.

Hier nun aber die erste Reizwortgeschichte nach dem Urlaub. Sie ist so lang geworden, dass ich sie in mehreren Teilen vorstellen möchte. ZUFÄLLIG passten die Reizwörter für die nächste Woche und evtl. sogar übernächste Woche gut zur Fortsetzung, so dass ich euch einen Mehrteiler präsentieren möchte.
Viel Spaß beim Lesen!

Bitte besucht auch die reizenden Kolleginnen:


Einkaufszenter, Chance, schlagen, vergessen, blitzartig


Kaffeeklatsch mit Hindernissen
© Regina Meier zu Verl 2015

„So, nun muss ich noch die Sahne schlagen, dann ist alles bereit für den Besuch!“ Birte öffnete den Kühlschrank. „Ach du Schreck, die Sahne habe ich vergessen.“
Blitzartig kam die Erinnerung zurück. Im Einkaufscenter hatte sie Ingrid getroffen und ein kleines Schwätzchen mit ihr gehalten, direkt vor der Kühltheke. Das war bevor sie die Sahne in den Einkaufswagen stellen wollte. Nach dem Plausch hatte sie es einfach vergessen. So was Blödes. Und jetzt?
Es war bereits kurz vor drei, keine Chance, es noch pünktlich zum nächsten Geschäft und zurück zu schaffen. Schließlich konnte sie ihre Freundinnen nicht vor der Tür warten lassen.
„Erdbeertorte ohne Sahne, das geht gar nicht!“, fluchte Birte und überlegte fieberhaft, wie sie das Problem lösen könnte.
Blöd auch, dass  Achim ausgerechnet heute das Auto mitgenommen hatte. Er wollte nach der Arbeit noch zu einem Kollegen fahren, der etwas außerhalb der Stadt wohnte.
Vielleicht hatte die Nachbarin ja zufällig Sahne im Haus. Birte verließ die Wohnung und klingelte nebenan.  Es tat sich aber nichts, auch nicht nach dem zweiten und dritten Klingeln. Seltsam! Frau Menke war eigentlich immer zu Hause, vielleicht saß sie ja auf der Terrasse bei dem schönen Wetter. Birte verließ das Haus und ging nach hinten, durch den Garten zur Terrasse der Nachbarin. Ohne Erfolg, die gute Frau Menke war wohl nicht zu Hause. Birte klopfte noch an die Tür und ans Fenster, aber drinnen blieb alles still.
„Oh verflixt, ich habe keinen Schlüssel!“, rief Birte plötzlich aus und die Hitze stieg ihr ins Gesicht. Das hatte ja gerade noch gefehlt. Wie sollte sie nun wieder in die Wohnung gelangen?
„Birte, du musst die Ruhe behalten. Erstmal abregen, dann überlegen, was zu tun ist!“, redete sie sich ein und atmete tief durch. Der Schlüssel im Gartenhäuschen fiel ihr ein. Achim hatte ihn für den Notfall da deponiert. Bisher gab es keinen Anlass, ihn von dort zu holen – aber jetzt. Erleichtert ging Birte die paar Schritte durch den Garten und öffnete die Tür zum Schuppen, die laut knarrte. Jetzt galt es nur noch herauszufinden, wo genau sich dieser Schlüssel befand. Sie suchte – erfolglos. Hätte sie doch nur das Handy in die Hosentasche gesteckt, doch das lag in der Küche. So konnte sie nicht einmal Achim anrufen.
Jeden Topf, jede Kiste und jeden Müllsack hob Birte an. Sie fand den Schlüssel nicht und dunkel war es hier drin auch. Schon lange hatte sie Achim in den Ohren gelegen, doch endlich Licht im Gartenhaus zu installieren. Doch es war bei leeren Versprechungen geblieben. Resigniert trat Birte den Rückzug an. Wahrscheinlich standen die Freundinnen längst vor der Haustür, sie musste nachschauen.
„Ach, da bist du ja!“, rief Tina, als Birte  vor der Haustür erschien. „Meine Güte, wie siehst du denn aus?“
Birte fuhr sich mit den Händen durch die Haare und entfernte die Spinnweben. Dann schaute sie an sich herunter und wieder schoss ihr die Hitze ins Gesicht, begleitet von einer tiefen Röte. Ihren „ach so perfekten“ Freundinnen in diesem Zustand gegenüber zu stehen war peinlich.
„Ich habe mich ausgesperrt und suchte nach dem Ersatzschlüssel, leider erfolglos. Wir können also nicht ins Haus. Dabei habe ich alles so schön vorbereitet.“ Nun traten ihr noch die Tränen in die Augen und machten das Dilemma perfekt.
„Hallo ihr Zwei!“ Lena gesellte sich zu den beiden Frauen. Sie war perfekt geschminkt, nach der neuesten Mode gekleidet und streckte Birte einen bunten Sommerblumenstrauß entgegen. „Ihr seht ja aus, als sei die Sahne sauer geworden!“ Sie lachte.
„Du hast es erkannt, es geht um die Sahne. Nämlich um die Sahne, die ich nicht hatte und dann passierte es, dass ich zur Nachbarin wollte, die aber nicht zu Hause ist und dann habe ich gemerkt, dass ich mich ausgesperrt hatte und natürlich habe ich keinen Ersatzschlüssel gefunden und ein Telefon habe ich natürlich auch nicht bei mir gehabt  Ach Menno, es ist alles so schrecklich!“ Birte schluchzte nun herzzerreißend.
„Nun mach es mal nicht schlimmer als es ist!“ Tina kramte in ihrer Handtasche und beförderte ihr Handy ans Licht. „Hier, ruf deinen Achim an, der rettet die Situation!“, schlug sie vor.

Fortsetzung folgt ...


Kommentare:

  1. Ach, war das wieder eine Freude, deine fröhliche Geschichte zu lesen - auch wenn die Protagonistin die Situation nicht als fröhlich bezeichnen würde! Toll geschrieben. Ich freue mich auf die Fortsetzung, wünsche dir ein gelungenes 'Einlesen' - und die Sache mit der Arbeit, die erledigt vielleicht die Zeit! Alles Gute und gleich viel Spaß!! Martina

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    1. Danke Martina,
      auch wenn ich ein wenig unter Druck stehe, hat mir das Schreiben der Geschichte Spaß gemacht und mich eine Weile in Birtes Welt entführt. Nächste Woche geht es weiter.
      Herzliche Grüße
      Regina

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  2. Was für eine herzerfrischende fröhliche Geschichte, bin mal gespannt wie es weitergeht. Freue mich schon!
    Habe dich heute schon angerufen und nun weiß ich auch warum ich dich nicht erreichte.grins.
    Viel Spaß im Studio und auch auf den Link freue ich mich dann.
    LGLore

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    1. Liebe Lore,
      es ist momentan schwierig mit dem Telefonieren, ich sause von hier nach da. Manchmal sind es aber auch erfreuliche Termine! Danke dir fürs Lesen und deinen lieben Kommentar!
      Herzliche Grüße
      Regina

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  3. Liebe Regina,
    ja so geht es manchmal. Das kenne ich auch irgendwo her.
    Erst neulich hat sich unser Sohn ausgesperrt. Ich hatte zwar noch einen Ersatzschlüssel, aber sein Schlüssel steckte von innen im Schloss. Wir versuchten und versuchten und gerade als wir schon überlegten den Schlüsseldienst zu alarmieren, ließ sich die Tür plötzlich wie durch Wunderhand öffnen :-)
    Ich bin auch auf die Fortsetzung von Deiner Geschichte gespannt, denn ich kann mir vorstellen, dass es da noch einige Hindernisse gibt ;-)
    LG
    Astrid

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    1. Danke schön, liebe Astrid,
      da kommt man ganz schön ins Schwitzen. Bisher hatte ich immer noch Glück, habe mich nur ein einziges Mal aus dem Auto ausgesperrt, glücklicherweise hatte mein Mann einen Zweitschlüssel und ich war nicht allzu weit von zu Hause entfernt!
      Liebe Grüße
      Regina

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  4. Hallo, liebe Regina,
    ach wie schön ist die Geschichte, ich bin schon gespannt, wie es nächste Woche weitergeht!
    Es freut mich auch, daß es den Zwillingen so gut geht!
    Das mit Deiner beruflichen Situation tut mir sehr leid und ich wünsche Dir, daß es sich bald zu Deinem Besten aufklären wird!
    Ich wünsche Dir noch einen schönen und gemütlichen Nachmittag!
    ♥ Allerliebste Grüße , Deine Claudia ♥

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    1. Liebe Ckaudia,
      es wird sicher alles geregelt werden, ich weiß noch nicht wie und vor allem nicht wann. die Situation ist ziemlich unbefriedigend. Aber ich habe ja die Enkel und das Schreiben und Euch, das hilft!
      Herzliche Grüße
      deine Regina

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  5. Nun hätte ich gern weitergelesen...
    ist es nicht schrecklich, ein Unglück kommt selten allein, aber meistens folgt die Lösung.
    Ähnliches ist mir auch schon passiert, darum bin ich mittendrin in der Geschichte,
    Klärchen

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    1. Danke schön Klärchen,
      dann kannst du das ja besonders gut nachempfinden. Sicher gibt es eine Lösung, wie die aussieht, das werden wir sehen!
      Herzliche Dank und liebe Grüße
      Regina

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  6. Liebe Regina, ein Albtraum! Habe das auch schon erlebt. Werde das nie vergessen. Mussten bei meiner Mutter übernachten. Dabei kriegte ich mit, dass meine Mutter sich nach dem Tod meines Vaters wieder verliebt hatte. Sie meinte damals, sie könne nie etwas geheim halten. Bin gespannt, wie es weiter geht. Liebe Grüße Eva

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    1. Danke schön, liebe Eva,
      so etwas vergisst man niemals, nciht wahr? Danke für deinen lieben Kommentar!
      Herzliche Grüße
      Regina

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  7. Liebe Regina
    nah da bin ich mal gespannt wie es weiter geht mit den Freundinnen und der Sahne .. ach herrlich amüsierte ich mich wie sie aussah nach dem suchen dem Schlüssel!
    Danke für dieses Teil der Geschichte!
    Lieben Gruss Elke

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    1. Danke dir, liebe Elke,
      ich kenne ja die Fortsetzung schon und freue mich, sie euch nächste Woche präsentieren zu können.
      Herzliche Grüße
      REgina

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  8. Da bin ich schon jetzt gespannt, wie es weiter geht. Danke für die schöne Geschichte.
    LG Elke

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    1. Ich danke dir fürs Lesen, liebe Elke,
      und ich freue mich, wenn du nächste Woche wiederkommst!
      Herzliche Grüße
      Regina

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  9. Hallo, Regina,
    was für eine turbulente Geschichte" Die hätte MIR auch passieren können! Ich bin nämlich auch so ein Schussel wie Deine Birte ... **grins**. Jetzt bin ich gespannt wie ein Regenschirm, wie es nächste Woche weitergeht. Ob und wo der Ersatzschlüssel auftaucht, was mit der Nachbarin ist, die doch sonst nie weggeht ... das gibt noch Material für etliche Fortsetzungen!
    Aber stress Dich nicht so - denk dran: "Die Arbeit ist kein Bär - die läuft nicht davon!" (O-Ton mein Mann...) **lach**
    Liebe Grüße
    Christine

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    1. Liebe Christine,
      das ist ein guter Spruch, werde ich mir merken (und noch besser: danach handeln, wenn ich kann).
      Danke für deinen lieben Kommentar. Übrigens: deiner Geschichte merkt man nicht an, dass sie dir schwergefallen ist. Ich habe sie genossen!
      Herzliche Grüße
      Regina

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  10. Liebe Regina, die Geschichte gefällt mir und ich freue mich auf die Fortsetzung. Meine Überlegung, habe ich auch schon mal den Schlüssel vergessen? Nein, bevor ich das Haus verlasse immer meine Frage: hast du deinen Schlüssel einstecken? In deiner Geschichte ist es eine andere Situation und ich warte wie es ausgeht. Als Außenstehende empfinde ich es als lustig ...
    Ganz liebe Grüße, Margot.

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  11. Liebe Regina, schön gemacht, schönes Wochenende wünsche ich

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