Dienstag, 7. April 2015

Reizwortgeschichte: Licht im Dunklen

Ihr Lieben,
wegen technischer Probleme kann ich heute nicht pünktlich meine Geschichte online stellen, melde mich später wieder.

Bitte lest bei meinen Kolleginnen:
Lore   Martina    Eva     Christine   EVA V



So, jetzt klappt es endlich, sorry für die Verspätung ... ich gehe nun lesen!




58                      Lore               Garten, Licht, ahnen, erzählen, leuchten

Das Licht im Dunklen



„Mein Großvater erzählte mir oft die kleine Geschichte von Iwan Turgenjew „Nur ein Sperling*“. Wie habe ich es geliebt, wenn er erzählte und wie viel habe ich mitgenommen aus der Zeit, da ich noch ein Kind war.“

            Lukas hört mir aufmerksam zu. Er möchte die Geschichte hören und ich fasse sie, so gut ich kann, in eigene Worte:

            Ein Jäger ging mit seinem Hund durch eine Allee. Rechts und links der Straße lagen Gärten. Der Hund lief immer ein paar Schritte voraus, kam wieder zurück und lief dann wieder nach vorn. So ging das eine ganze Weile. Plötzlich blieb der Hund stehen und schnupperte, so, als habe er etwas gefunden. Der Jäger ging zu ihm hin und sah, dass ein Sperling auf dem Weg lag. Ein ganz junger noch, wohl gerade aus dem Nest gefallen. Einen hilflosen Eindruck habe er gemacht, als er so nackt da lag.  

            „Ach herrjeh, der Hund wird doch wohl dem kleinen Vogel nichts angetan haben?“, fragt Lukas bang.

            „Nein, nein, hör zu!“ Ich erzähle weiter:

            Der Jäger wollte gerade den Hund an die lederne Leine nehmen, als mit einem Mal ein Vogel aus dem Baum auf die Straße hinabstürzte, sich vor das Vogeljunge setzte und aufgeregt kreischte und mit den Flügeln schlug. Sicher war es die Mutter des Kleinen. Welch große Angst muss sie gehabt haben um ihr Kind! Sie hätte ja auf dem Baum bleiben können, denn sicherlich ahnte sie, dass der Hund sie zerfleischen könnte. Trotz allem hat sie sich vor ihrem Kind aufgebaut, um es zu schützen.

            Lukas ist beeindruckt. So viel Liebe, Mutterliebe, das ist etwas ganz besonderes. Er möchte wissen, ob seine Mama das auch für ihn tun würde, wenn er in einer ähnliches Situation wäre.

            „Da bin ich sicher, deine Mama liebt dich von Herzen, sie würde alles tun, um Schmerz und Unrecht von dir fernzuhalten“, erkläre ich ihm.

            Seine Augen leuchten, als er verkündet:

            „Und wenn dir einmal etwas Angst machen würde, Oma, dann würde ich mich vor dich stellen und dich beschützen, weil ich dich doch liebe. Ich könnte ja Opa zur Hilfe rufen, zu zweit könnten wir dich noch besser beschützen!“

            Ich bin gerührt, wie schön ist es, dass ich seine Oma sein darf. Er ist mein Licht im Dunklen.



© Regina Meier zu Verl


* Die Geschichte „Nur ein Sperling“ von Iwan Turgenjew war eine meiner Lieblingsgeschichten in der Kindheit. Ich habe sie hier frei nacherzählt.
           

Kommentare:

  1. Danke, Regina, für Deine berührende Geschichte!

    Ich freu mich mit Dir, daß Du Oma sein darfst, ist sicher wundervoll. Ich bin noch keine ;)

    Alles Liebe
    Eva :)
    https://evasgeschichten.wordpress.com/

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    1. Danke schön, liebe Eva,
      ja, Oma sein ist wundervoll. Ich habe meinen Enkel in dieser Woche ganz für mich (okay, Opa ist auch noch da!).
      Liebe Grüße
      Regina

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  2. Ach, ist das herzallerliebst! Dein Enkel würde dich beschützen. Dass du das auch für ihn tun würdest und wie eine Löwin um ihn kämpfen würdest, verraten wir ihm nicht!!! Danke für die schöne Geschichte! LG Martina

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    1. Danke schön, liebe Martina,
      ja, das würde ich!
      Herzliche Grüße und DANKE - Schneckenpost war da und ich habe mich sooooo gefreut!
      Regina

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  3. Liebe Regina,
    die Geschichte ist zauberhaft :O)
    Ich wünsche Dir noch einen gemütlichen Abend!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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  4. Liebe Regina,
    eine tolle Geschichte.
    Wie schön, einen solchen Enkel zu haben.
    Das tut doch gut und erwärmt das Herz.
    Einen schönen Restabend wünscht Dir
    Irmi

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  5. Liebe Regina,
    vielen Dank für Deine tolle Geschichte! Du bist zu beneiden um Deinen Enkel - ich wünschte, ich hätte auch so einen ... Aber es hat halt nicht sollen sein.
    Liebe Grüße
    Christine

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  6. Liebe Regina,
    das ist ja richtig herzergreifend. Schön, wie Dein Enkel Dich liebt, einen größeren Liebesbeweis hätte er Dir gar nicht machen können. Wenn ich immer lese, was ihr von Euren Enkeln schreibt, kann ich nur hoffen, dass auch ich irgendwann (in ein paar Jahren oder eher, wer weiß?) einmal Oma sein darf.
    LG
    Astrid

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  7. Ach der Lukas, ist doch ein Prachtjunge und dass er seine Oma beschützen will, die er doch auch wenn sie mal krank ist so liebevolle umsorgt, das glaube ich sofort.
    Schön, dass ihr nun eine ganze Woche für euch habt, deshalb habe ich gestern auch nicht angerufen.
    Wünsche euch noch eine schöne Zeit zusammen.LGLore

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  8. Liebe Regina, freue dich, dass du so einen liebenswerten Enkel hasst. Es ist so köstlich, was die lieben Kleinen von sich geben. Schön, was du aufgeschrieben hast. Bitte, mehr davon LG Eva

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