Samstag, 6. Dezember 2014

Das Rentier im Supermarkt

Das Rentier im Supermarkt
Am Eingang des Supermarktes „Kaufmada“ in der beschaulichen kleinen Stadt, am Rande des Teutoburger Waldes, steht seit ein paar Tagen ein Rentier in Originalgröße. Es trägt einen Sattel, an dem zwei große Körbe hängen. Neben ihm ist eine Tafel aufgestellt, darauf steht:

Liebe Kunden! In unserer Stadt leben viele Menschen, die sich nicht erlauben können, sich zu Weihnachten Leckereien zu kaufen. Manchmal fehlt es sogar an den Grundnahrungsmitteln, um zum Fest vielleicht einmal einen Kuchen zu backen. Denken Sie beim Einkauf doch auch an diese Menschen und spenden Sie – vielleicht eine Tafel Schokolade oder ein Pfund Mehl.
Wir danken Ihnen schon jetzt und wünschen allen eine wunderbare Adventszeit. Ihr „Kaufmada-Team“.

„Guck mal, Mama. Das ist eine gute Idee, findest du nicht auch?“
„Ja, das finde ich auch. Wir sollten etwas spenden!“
Lena und ihre Mutter betrachten das Schild und Lena streichelt das herrlich weiche Rentier.
Während sie dort stehen, kommt eine Frau und legt zwei Beutel mit Nüssen in einen der Körbe. Das gefällt Lena sehr. Sie lächelt die Frau an und diese, die zuvor noch etwas mürrisch dreingeschaut hatte, lächelt zurück.
„Die sollen arbeiten, dann haben sie auch was zu essen!“, schimpft eine junge Frau, die ein weinendes Kind an der Hand hinter sich herzieht. „Unverschämt, diese Bettelei!“
Lena lächelt das Kind an, das sogleich aufhört zu weinen. „Hallo, ich heiße Lena, und du?“, fragt sie. Das Kind antwortet nicht, aber die Mutter antwortet gereizt: „Das ist Bella und sie ist heute mächtig schlecht gelaunt!“
„Schau, kleine Bella, das ist das Rentier vom Nikolaus. Freust du dich auch schon auf Weihnachten?“, fragt Lena und führt die Hand des Kindes zu dem kuscheligen Fell. Bella lacht und schmiegt ihre Wange an das Tier.
„Ich habe es eben nicht so gemeint“, sagt Bellas Mutter. „Ich bin etwas genervt und das überträgt sich dann auf das Kind und alles wird noch schlimmer.“
„Ich passe auf Bella auf, während sie einkaufen“, schlägt Lena vor und sieht ihre Mutter bittend an. „Das darf ich doch, oder?“
Die Mutter ist einverstanden und die beiden Frauen machen sich auf, ihre Einkäufe zu erledigen. „Denk an die Spende!“, ruft Lena der Mutter noch nach, dann setzt sie sich mit Bella auf den Schlitten, der dort als Dekoration steht. Sie spielen: Ich sehe was, was du nicht siehst und haben viel Spaß miteinander.
Wohlwollend betrachten die Menschen die beiden spielenden Kinder und deren Lächeln überträgt sich wohl auf ihre Herzen. Im Nu sind die beiden Körbe des Rentieres gefüllt. Der Marktleiter kommt mit einem Einkaufswagen und bringt die Spenden zu einem Tisch, wo sie gesammelt und sortiert werden.
„Später packen wir Pakete und dann bringen meine Mitarbeiter und ich diese Gaben zu Familien, die arm sind und sich darüber freuen werden.“, erklärt er den Kindern.
„Jetzt weiß ich auch, warum das hier ein Supermarkt ist!“, ruft Lena begeistert.
„Ihr seid alle super hier und Du bist auch super, Herr Kaufmada!“

© Regina Meier zu Verl

Kommentare:

  1. Eine super Idee - von Herrn Kaufmada und von dir!!!! LG und einen schönen Nikolaustag - in meinem Stiefel war auch kein Nikolaus und auf dem Schreibtisch schon gar nicht. Du kannst dich also richtig freuen!!! ;-) LG Martina

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    1. Hallo Martina,
      ich freu mich auch, ganz dolle sogar!
      Ich wünsche dir einen schönen Bummel über den Weihnachtsmarkt!
      Herzliche Grüße
      Regina

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  2. Eine tolle Idee, Regina. Ich habe zwar keinen Nikolaus gekriegt - aber Deine Geschichte ist sowieso viel schöner. Und dick macht sie auch nicht. Nur fröhlich!
    Liebe Grüße
    Christine

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    1. Danke schön, Christine,
      es freut mich, dass meine Geschichte dich fröhlich stimmen konnte!
      Herzliche Grüße und danke für das schöne Gespräach vorgestern!
      Liebe Grüße
      Regina

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  3. Eine wunderschöne Geschichte, liebe Regina!
    Ich wünsch Dir noch einen fröhlichen Nikolaustag und ein besinnliches Advents-Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße, Deine Claudia ♥

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    1. danke schön, liebe Claudia,
      gerade kehrt hier etwas Ruhe ein und ich stimme mich auf "besinnlich" ein. Das Wochenende war ziemlich bewegt, meine Schwiegertochter feierte ihren 30. Geburtstag und Lukas hat bei uns geschlafen!
      Liebe Grüße
      Regina

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  4. Berührend, wenn auch an die gedacht wird, die es im Leben nicht so gut haben. Danke für diese nachdenkenswerte Geschichte, liebe Regina.

    Liebe Grüße und einen schönen 2. Advent!
    Gaby

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    1. Danke schön Gaby,
      für deinen lieben Kommentar! Ich wünsche dir einen schönen 2. Advent!
      Liebe Grüße
      Regina

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  5. och wie schön mir rennen die Trächen hinab so berührt bin ich von dieser Geshcihcte die Lena ich find sie so cool und wenn jeder so wie die Lena wäre so hilfsbereit und gütig. Danke für diese wunderbare Geschichte und für mich eine tolles Geschenk zum Nikolaustag!
    Ich wünsche dir einen schönen, gemütlichen 2. Advent und deinen Mann!
    Lieben Gruss Elke

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    1. Vielen Dank, liebe Elke,
      nicht weinen, es gibt sie noch, die mitfühlenden Menschen - das merkt man auch an deinem lieben Kommentar!
      Alles Liebe
      Regina

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  6. So eine richtig schöne Regina Geschichte, die Idee sollte sich durchsetzten, denn ein wenig hat jeder übrig, um etwas davon abzugeben.
    Bekam heute einen Milka- Nikolaus von meiner Nachbarin, weil ich letztes Jahr erzählte hatte, dass Kurtl mir an Nikolaus immer einen schenkte, Sie hat dies nicht vegessen.
    Wünsche dir einen schönen gemütlichen und besinnlichen 2. Adventsonntag, liebe Grüße Lore

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    1. Das war ja dann schon der 2. Milka Nikolaus, oder?
      Das freut mich, lieb ist sie, deine Nachbarin!
      Herzliche Grüße
      Regina :)

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  7. Eine Geschichte, die zu Herzen geht liebe Regina, hier im Supermarkt gibt es einen Spendenturm, wo jeder Kunde etwas rein tun kann.
    Ja man muß sich nur mal umschauen, auch in der allernächsten Umgebung gibt es Elend und Not.

    Einen schönen 2. Advent wünsche ich dir und liebe Grüße
    Angelika, die wieder on Bord ist.

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    1. Liebe Angelika,
      schön, dass du wieder da bist! Ich freue mich!
      Danke auch für deinen lieben Kommentar, die Sache mit dem Spendenturm finde ich auch toll!
      Liebe Grüße
      Regina

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