Mittwoch, 13. November 2013

Oma Neumann (14)


Es grüßt
Luise Neumann   KLICK HIER

(14)
Als ihr Sohn Ulrich am Abend anrief, hatte Frau Neumann jede Menge zu erzählen. Vom Besuch in der Schule und von Lottas Überraschungsbesuch zum Frühstück, natürlich auch von der neuen Frisur und allem, was ihr so in den letzten Tagen an Gedanken gekommen war.
„Das Leben ist spannend, lieber Ulrich. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das noch einmal sagen könnte. Aber es hat sich so vieles verändert. Ich fühle mich einfach nur gut und wünsche mir, dass es so bleibt. Aber nun erzähl du mal – wann kommt ihr denn?“
„Wir würden gern am Samstag kommen und bleiben dann über Nacht bei den Schwiegereltern. Nach dem Frühstück kommen wir dann zu dir und machen uns einen schönen Tag zusammen. Mach dir aber keine Arbeit, ich lade euch zum Mittagessen ein und vielleicht können wir auch hinterher noch etwas zusammen unternehmen. Wir waren doch so lange nicht mehr am See“, schlag Ulrich vor.
„Prima, das hört sich gut an. Aber ich hätte noch eine Bitte an dich, kannst du meine alte Schreibmaschine für mich aus dem Keller holen? Ich würde so gern wieder was schreiben.“, bat Frau Neumann.
„Hmh, ob die noch funktioniert?“, fragte Ulrich. „Sicher ist das Farbband eingetrocknet und ob es da noch eines gibt, das ist fraglich. Ich lass mir mal was einfallen, Mama.“
Frau Neumann hatte ähnliche Gedanken gehabt, es aber nicht wahrhaben wollen. Es wäre ja auch zu einfach gewesen.
„Na gut, dann schauen wir einfach mal und sonst muss ich eben in ein Heft schreiben.“ Ihre Stimme klang traurig, auch wenn sie das gern verbergen wollte. Ulrich ließ sich nichts anmerken.
„Wir haben ja auch noch eine kleine Überraschung für dich, vielleicht entschädigt dich das, falls die Schreibmaschine nicht mehr funktioniert und es ist ja auch bald Weihnachten …“
Frau Neumann lachte.
„Dass ich daran nicht gedacht habe, dann werde ich das mal auf meinen Wunschzettel schreiben, oder?“
„Mach das und am Abend vor dem Nikolaustag legst du ihn auf die Fensterbank, damit das Christkind ihn auch bekommt. Weißt du noch, so haben wir es früher gemacht.“
Als Mutter und Sohn sich verabschiedet hatten, holte Frau Neumann das alte Fotoalbum aus dem Schrank und blätterte darin herum. Wie schön war die Zeit mit ihrem Mann und dem Jungen gewesen. Es kam ihr vor, als sie das alles noch gar nicht lange her. Sie freute sich darauf, Ulrich am Wochenende zu sehen. Auch mit ihrer Schwiegertochter verstand sie sich gut – wäre doch nur die Entfernung zu den Kindern nicht so weit.

Kommentare:

  1. Liebe Regina, wieder gibt es eine Fortsetzung, mit Aussicht auf eine Überraschung für Frau Neumann. Ich freue mich schon ...
    Dir ein herzliches Dankeschön.
    Liebe Grüße, Margot.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke schön, liebe Margot,
      ich freue mich auch, über die lieben Worte zu der Geschicht!
      Liebe Grüße
      Regina

      Löschen
  2. Hallo Regina :)

    da bin ich ebenfalls mächtig gespannt welch eine Überraschung Oma Neumann erwarten könnte ^^ sie wird sich doch nicht etwa an einen Computer heranwagen? Hm, zutrauen würde ich es ihr mittlerweile ;)

    Lieben Gruß und noch einen netten Abend
    Björn :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. -Hallo Björn,
      schaun wir mal, was passiert - morgen werden wir es erfahren!
      Danke und liebe Grüße
      Regina

      Löschen
  3. Kann es kaum erwarten wie es weitergeht,denn Überraschungen liebe ich aus ganzem Herzen. Noch einen schönen Tag und liebe Grüße Ilse.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank, liebe Ilse,
      ich auch, Überraschungen sind toll!
      Herzliche Grüße
      Regina

      Löschen
  4. Also, ich tippe auch auf einen Computer, und ehrlich, Oma Neumann hätte ihn auch verdient.

    Sag mal, Regina. Wohnt ihr Sohn weit weg von ihr? Es klingt so durch und würde vieles erklären.
    Ich bin gespannt ........

    Ein Gruß von Sally und von der Großtante, die ausdrücklich fordert, Oma Neumann einen Gruß zu hinterlassen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Sally,
      dann richte doch Elisa/betta ganz herzliche Grüße von uns aus. Warum kommt mir nur der Name so bekannt vor, besonders mit dem Doppel-T, seltsam.
      Schaun wir mal, ob Frau Neumann einen Computer bekommen wird, vielleicht ist ja die alte Schreibmaschine auch noch in Ordnung.
      Der Ulrivh wohnt übrigens wirklich zu weit weg, als dass er seine Mutter öfter besuchen könnte, ca. 200 km sind es wohl. Nun ja, er hat ein schnelles Auto und schlafen kann er bei den schwiegereltern ...
      Herzliche Grüße
      Regina

      Löschen
    2. Die Tante gab es wirklich - mit doppel tt. Viele sagten auch nur "Betta" zu ihr. Sie war die Schwester meines Großvaters, ewig kränkelnd (schwaches Herz und so ...) und alle ihrer Generation überlebend. Sie wurde fast 100 und böse Stimmen sagten schon, irgendwann müsse man sie wohl totschlagen ;)
      Gemocht habe ich sie (ich war noch klein und Kind) nicht so sehr, eher gefürchtet. Sie war sehr streng und religiös und obrigkeitstreu, drei Dinge, die ich so gar nicht mag (und mein Opa war zum Glück genau das Gegenteil von Betta)
      Jo, das noch dazu ...

      Lieber Gruß, auch an Oma Neumann (wo steckt sie?)
      Sally

      Löschen
  5. Liebe Regina,
    jetzt bin ich wieder auf dem Laufenden.
    Die Geschichte ist faszinierend.
    Einen schönen Abend wünscht dir
    Irmi

    AntwortenLöschen
  6. Ich tippe ja auch auf einen PC und die Kinder bringen es ihr bei, wie man mit ihm umgeht. Schauen wir mal :-)!

    AntwortenLöschen
  7. Ach wie schön liebe Regina, wie sich doch das Leben von Frau Neumann verändert hat.
    Danke für die Schöne Geschichte liebe Regina.

    Schönen Abend und liebe Grüße
    Angelika

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jeden Kommentar. Nicht immer schaffe ich es, alle Kommentare zu beantworten, ich bitte um Verständnis!