Dienstag, 12. November 2013

Oma Neumann (13)


Es grüßt
Luise Neumann   KLICK HIER


Gerade hatte die große Pause angefangen, als die beiden am Schulhof ankamen. Sofort versammelten sich ein paar Kinder um Frau Neumann und Lotta.
„Bist du heute wieder bei uns?“, wollten sie wissen.
„Nein, Kinder, heute nicht, aber bald bin ich wieder mal in eurer Klasse. Jetzt muss ich schnell nach Hause, dort werde ich erwartet“, sagte sie und hielt ihre Hand in die Höhe. Nacheinander klatschten die Kinder ab und dann war Frau Neumann auch schon wieder verschwunden.
„Die ist megaklasse!“, rief Vitali. „So eine Oma hätte ich auch gern!“ Die anderen Kinder stimmten zu, ja, Frau Neumann war klasse.

Beim Bäcker zog ein verführerischer Duft Frau Neumann in den Laden.
„Mmh“, schnupperte sie. „Hier riecht es aber gut!“
„Das sind unsere frischen Zimtwaffeln“, erklärte die Verkäuferin und hielt Frau Neumann einen Teller hin.
„Probieren Sie mal!“
Das ließ sie sich nicht zweimal sagen und nahm sich ein Stück, das sie sogleich in den Mund schob und mit Genuss verzehrte.
„Lecker, davon packen Sie mir doch bitte zwei Stück ein und dann nehme ich noch ein kleines Weißbrot“, bestellte sie. Dann erschrak sie:
„Ach herrjeh, ich habe ja gar kein Geld bei mir. Ich bin eben so schnell aus dem Haus gestürmt, da habe ich doch meine Tasche gar nicht mitgenommen.“ Bedauernd sah sie die Verkäuferin an.
„Das macht doch gar nichts, Frau Neumann, wir kennen uns doch. Bringen Sie das Geld einfach beim nächsten Einkauf mit“, schlug sie vor.
„Ich habe nicht so gern Schulden“, antwortete Frau Neumann, ließ sich dann aber doch überreden. Gleich morgen wollte sie das Geld bringen. Aber nun musste sie erst einmal nach Hause. Sie hatte schon ein ganz schlechtes Gewissen, dass sie Maria so lange allein gelassen hatte.
„Hallo, da bin ich wieder“, rief sie als sie die Wohnung betrat. Maria schaute mit dem Wischlappen in der Hand aus der Badezimmertür.
„Prima, ich mach das Bad fertig, dann komme ich in die Küche“, sagte sie und machte sich gleich wieder an die Arbeit.
„Heute gibt es eine leckere Zimtwaffel, meine Liebe“, erzählte Frau Neumann und freute sich auf eine schöne Tasse Kaffee. Der Vormittag war schon fast vorbei, aber kochen wollte sie ja heute nicht.
„Man muss auch mal sein Schema unterbrechen, Luise!“, sagte sie zu sich selbst.
„Was hast du gesagt?“, rief Maria aus dem Bad.
„Ach, nichts!“
„Das sagt meine Tochter auch immer, wenn sie etwas Freches in den Bart murmelt“, lachte Maria.
„Frech war es nicht, aber wahr“, lachte nun auch Frau Neumann und beschloss, rasch noch etwas Sahne zu schlagen, für die Waffeln, von wegen Schema unterbrechen und vernünftig sein – heute nicht.





Kommentare:

  1. Musste schnell noch herein schauen, bevor ich mich bettfein mache, lach. Frisör war heute anstrengend, bin froh, dass ich nur einmal im Jahr eine Dauerwelle bekomme.
    Oma Neumann ist wieder einmal toll, hmmmm ich rieche die Zimtwaffeln, lecker, musst du mich denn so foltern, lach
    Übrigens Elke hat einen so netten Kommentar bei mir geschrieben, sie hat sich wirklich gefreut.
    Nun noch eine gute Nacht, bis Morgen, Lore

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  2. Guten Morgen liebe Regina,
    es ist einfach so schön, immer wieder spannend, zu lesen, wie es mit Frau Neumann weitergeht!
    Ich wünsch Dir einen schönen und glücklichenTag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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  3. Natürlich habe auch ich mir die neue Geschichte mit Oma Neumann nicht entgehen lassen. Du erzählst so mitten aus dem Leben. Man kann sich sehr gut in Frau Neumann hineinfühlen. Bis dann! Martina

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  4. Liebe Regina, danke für diese schöne Fortsetzung mit Frau Neumann und den Zimtwaffeln. Es ist einfach herrlich deine Zeilen zu lesen, ich fühle mich wie "Zuhause". Danke.
    Liebe Grüße, Margot.

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