Montag, 29. Oktober 2012

Laternenumzug mit Hindernissen

Im Kindergarten werden heute Laternen gebastelt, denn schon bald kommt der Martinstag. Dann findet wieder der große Laternenumzug statt. Schön sieht das aus, wenn alle Kinder mit ihren Laternen durch die Straßen ziehen und dabei die Laternenlieder singen. Manchmal ist auch ein richtiger Martin auf dem Pferd mit dabei und dann wird auf dem Marktplatz das Spiel vom Heiligen Martin, der seinen Mantel mit einem Bettler teilte gespielt.

Mir fällt dann immer die Geschichte ein, die mir einmal passiert ist, als ich noch ein Kind war. Wir hatten auch Laternen gebastelt, damals in der Schule. Aus schwarzem Tonkarton war der Körper gestaltet und dann wurden Sonne, Mond und Sterne ausgeschnitten und mit buntem Transparentpapier hinterlegt. Ich hatte mir viel Mühe gegeben beim Ausschneiden und die Laterne war wunderschön anzusehen. Als der Tag des Laternenumzugs gekommen war, mummelte uns meine Mutter in warme Jacken ein. Jedes Kind, wir waren drei, bekam noch ein Paar Extrasocken an und natürlich eine dicke Mütze auf den Kopf. So waren wir gegen die Kälte geschützt und konnten losgehen. Mein Geschwister, die jünger waren und noch nicht zur Schule gingen, bekamen eine Zieharmonika Laterne aus dem Kaufhaus in die Hand gedrückt, so eine, wie unten auf dem Bild zu sehen ist. Dann zündete unsere Mutter die Kerzen an. So schön sah das aus, ich war mächtig stolz auf meine erste selbstgebastelte Laterne.

Wir mussten einen weiten Weg zurücklegen, bevor wir am Treffpunkt angekommen waren. Ein Auto hatten wir damals noch nicht. Wir sangen schon auf dem Weg dorthin und hatten auch gar keine Angst im Dunkeln, denn wir hatten ja unser Laternenlicht, das uns den Weg wies.  Mama hatte auch noch Ersatzkerzen eingepackt, aber so weit kam es leider nicht mehr. Ein heftiger Regen setzte ein, von einer Sekunde zur anderen. Wir konnten uns nirgends mehr unterstellen und im Nu waren unsere Laternen durchgeweicht und es hingen nur noch jämmerliche Überreste an den hölzernen Haltestangen. Ich habe so geweint, obwohl ich doch die Älteste war. Aber meine schöne Laterne war dahin, bevor sie noch zum Heiligen Martin gelangt war. Es war nicht mehr daran zu denken, den Weg fortzusetzen und so entschied meine Mutter, dass wir zurück nach Hause gehen sollten. Dort zogen wir die nassen Sachen aus und bekamen eine heiße Tasse Kakao, die ein wenig gegen den Schmerz half.







Kommentare:

  1. Oh, liebe Regina, man kann den Schmerz förmlich spüren. Ich hatte genau so eine Laterne wie du - aus schwarzem Karton mit Sonne, Mond und Sternen darauf. Bei uns kam kein Regen, aber starker Wind setzte ein. Der blies die Kerze aus. Erinnern kann ich mich nicht mehr, aber sicherlich gab es auch bei uns zum Trost Kakao.

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    1. Das tut ganz schön weh, aber Kakao hilft ein bisschen. Ich versuche heute noch manchmal, mich damit zu trösten!

      Schönen Abend und liebe Grüße
      Regina

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  2. Liebe Regina,
    ja, solche Erlebnisse kenn ich auch noch! Ein Kakao half da oft ;O)
    Ich wünsch Dir einen schönen und glücklichen Tag !
    ♥ Allerliebste Grüße Claudia ♥

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  3. das bleibt für immer haften..

    euinen LG vom katerchen

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  4. Hallo Regina,
    vielen Dank für deinen Besuch bei mir! Schön eine erste Leserin zu haben!
    Bei uns ist das Laternebasteln das nächste schöne Herbstritual nach den Kürbissen und den Kastanien- wir freuen uns schon durchs finstere zu laufen und ganz laut zu singen!
    LG
    Anke

    http://5buntspechte.blogspot.de/
    :)

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  5. Das kann ich mir vorstellen, diese Enttäuschung. Arme Kleine! Aber an die schwarzen Laternen mit Sonne, Mond und Sterne kann ich mich auch noch erinnern. Liebe Grüße Loe

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